Warum eigentlich eine Ausbildung in der Pflege?

Preissler KarstenKarsten Preissler ist Pflegedienstdirektor an den Kliniken des Main-Taunus-Kreises und seit 1994 in den Krankenhäusern Bad Soden und Hofheim tätig. Der gelernte Fachkrankenpfleger für Intensivmedizin und Anästhesie hat sehr viel Erfahrung und kennt die unterschiedlichen Seiten des Berufes ganz genau.

vielfältig & komplex

„Berufliche Pflege ist sehr abwechslungsreich und viel komplexer als nur Helfen beim Essen und Trinken, helfen beim Waschen, beim Aufstehen, Hinlegen oder Anziehen. Das ist nur ein sehr kleiner Teil unserer Aufgaben.

In diesem einen Beruf stecken sehr viele Möglichkeiten: Man kann in der Betreuung und Versorgung körperlich erkrankter, aber auch seelisch erkrankter Menschen tätig werden. Man kann mit Kindern oder Erwachsenen arbeiten, mit Patienten, die nur wenige Stunden bleiben, oder in Abteilungen, in denen Menschen weite Strecken ihres Lebens verbringen. Dabei verbindet man täglich Menschlichkeit und Empathie mit moderner Technik. Beruflich Pflegende tragen eine große Verantwortung und brauchen ein aktuelles, komplexes Wissen: pflegerisches wie medizinisches.

Nicht vergessen werden sollte auch die große Abwechslung im Arbeitsalltag in den Krankenhäusern, weil auf den Stationen Patienten der verschiedenen Fachgebiete mit unterschiedlichen Erkrankungen betreut werden.“

sozial & menschlich

„Berufliche Pflege ist für jemanden, der gerne mit Menschen zusammenarbeitet, eine sehr gute Wahl. Man sieht über einen längeren Zeitraum, oft aber auch schon nach wenigen Augenblicken, die Ergebnisse seiner Arbeit: Patienten und deren Angehörige geben oft eine direkte Rückmeldung zu dem, was man gerade sagt oder tut. Die soziale und menschliche Nähe, die der Beruf mit sich bringt, ist sehr bereichernd. Es ist ein wirklich gutes Gefühl, eine so sinnvolle Tätigkeit auszuüben!

Und der Beruf ist Teamarbeit: Zusammen mit Ärzten, Therapeuten und Angehörigen verfolgen wir ein gemeinsames Ziel. Auch das sorgt dafür, dass unsere Arbeit immer wieder anders ist, weil wir unsere Tätigkeiten in unterschiedlichen Teams für unterschiedliche Personen erbringen.“

sicher & zukunftsweisend

„Ganz besonders gefällt mir, dass ich immer noch jeden Tag etwas Neues lerne und dieses frische Wissen im Laufe der Zeit mit immer mehr Berufserfahrung verbinden kann. Zahlreiche Bildungsmaßnahmen sorgen außerdem dafür, dass man sich im Beruf kontinuierlich fort- und weiterbilden kann. Die Möglichkeiten der Spezialisierung sind wohl in kaum einem anderen Beruf so vielfältig. Zahlreiche Fachhochschulen bieten mittlerweile Studiengänge in Pflegepädagogik, Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement an. So absolvieren einige unserer Azubis eine duale Ausbildung und studieren an der Katholischen Hochschule Mainz, mit der wir zusammenarbeiten, den Bachelor-Studiengang - Gesundheit und Pflege. Eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege wird ebenfalls im Ausland anerkannt, so dass einem auch da alle Möglichkeiten offen stehen. Und wer in Deutschland bleibt, kann davon ausgehen, dass er einen Beruf erlernt, der jetzt und in Zukunft absolut sicher ist. Die Menschen in unserem Land leben immer länger - Pflegefachkräfte werden auch künftig sehr gesucht sein. Wer bei uns in Bad Soden seine Ausbildung mit sehr gutem oder gutem Ergebnis abschließt, hat nicht nur einen Arbeitsplatz in den Kliniken sicher, er erhält auch ein finanzielle Zulage, die Ansporn für erfolgreiches Lernen sein soll.“

Und die Kehrseite?

„Ja, der Job ist mit körperlichen und seelischen Anstrengungen verbunden. Schichtdienste, das Erleben von Krankheit oder die Begleitung sterbender Patienten sind natürlich besondere Herausforderungen. Damit ist man aber nicht allein – besonders von den erfahrenen Kolleginnen und Kollegen kann man viel lernen! Und unser Beruf lässt Individualität zu, ist erfüllend und in der Bevölkerung sehr angesehen."

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